Die Füße sind sensible Tastorgane, welche über Temperatur, Oberflächenbeschaffung und Neigung des Untergrundes Informationen an unser Gehirn weitergeben.

Mit ihren zahlreichen Nerven, Knochen, Gelenken, Sehnen und Faszien bilden sie über die angrenzenden Muskelgruppen des Beines ein kettenförmiges funktionelles System, das sich durch den gesamten Bewegungsapparat zieht. Besonders ältere Menschen und Patienten mit sitzenden Berufen bewegen sich oft zu wenig. Die Füße, Basis unserer Körperhaltung, werden dadurch geschwächt. Die Auswirkungen einer mangelhaften ’’Fußarbeit ’’ spüren die Patienten häufig zunächst an Sehnen, Muskeln und Bändern in ganz anderen Körperregionen, z.B. durch Rücken-, Hüft- und Leistenschmerzen. Kraftlosigkeit und Verspannungen sind oftmals die Folge.

Sensomotorik bezeichnet den Vorgang, bei dem Nervenreize über bestimmte Strukturen von den Füßen zum Gehirn weitergeleitet werden. Die Übermittlung der Wahrnehmungsveränderung, welche durch bestimmte Rezeptoren auf den Fußsohlen erfolgt,wird als Propriozeption (Eigenwahrnehmung) bezeichnet. Diese hat auf die Koordination unserer Bewegungen einen ähnlich großen Einfluß wie z.B. das räumliche Sehen und der Gleichgewichtssinn. Der Unterschied liegt aber darin , dass man auf diese Sinne nur sehr schwer Einfluß nehmen kann, man kann sie in der Regel kaum verbessern sondern allenfalls erhalten.
Nicht so bei der Sensomotorik. Mit unseren individuell angepassten, prallelastisch befüllten gekammerten Spezialeinlagen werden schwach testende Muskelgruppen gekräftigt und somit aufsteigende Muskelketten sowie neurologische Impulse aktiviert. Die Wirksamkeit dieser Schuheinlagen beruht darauf, dass die Haut- und Muskelreflexe der Fußsohle, ähnlich wie bei einer Fußreflexzonenmassage, kontinuierlich stimuliert werden. Das führt dazu, dass der Fuß sich innerhalb seines dreidimensionalen Ordnungsgefüges selbst aufrichtet. Indem die Muskelketten von Streck- und Beugesehnen aktiviert werden, lassen sich Haltungsprobleme, vermeindliche Beckenschiefstände sowie Achsabweichungen im Kniegelenk günstig beeinflussen. Darüber hinaus können Bissstörungen, Kiefergelenkbeschwerden und in manchen Fällen sogar Kopfschmerzen verringert werden. Unsere gekammerten dreidimensionalen Spezieleinlagen haben weiterhin den Vorteil, dass sie in halbjährlichen Abständen durch kinesiologische Austestung der Kammerfüllungen jeweils optimal den funktionellen Bewegungsketten angepasst werden können.

Unsere sensomotorischen propriozeptiven Spezialeinlagen können bereits im Kindes- und Jugendalter dazu dienen, die Fußstellung und Körperwahrnehmung zu verbessern. Vor allem als Begleitung zur Krankengymnastik sowie von ergo- und logotherapeutischen Therapiemaßnahmen erweisen sie sich vielfach als sinnvoll. Auf diese Weise wird eine wichtige Voraussetzung dafür geschaffen, Haltungsfehler sowie damit verbundene Spätfolgen wie z.B. Kniegelenkarthrosen, Bandscheiben- und Wirbelgelenkabnutzungen oder chronische Muskelverspannungen zu vermeiden.

Einlagenanpassung und Kosten

Leider sind die gesetzlichen Krankenkassen trotz zahlreicher vorliegender wissenschaftlicher Publikation über die Wirksamkeit der sensomotorischen Einlagen seit Jahren nicht bereit, die Kosten für die Austestung und die damit verbundene Wirbelsäulenvermessung zu übernehmen. Die Kosten für die sensomotorischen Spezialeinlagen liegen zwischen 220,- bis 260,- Euro. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen hier in der Regel Teile der Kosten in Höhe einer normalen statisch stützenden Einlage. Private Krankenkassen übernehmen die vollen Kosten für ihre Versicherten.

Da die Anpassung der Einlage mit Austestung der Muskelketten und Beseitigung der Funktionsstörungen einschließlich Wirbelsäulenvermessung ca. 30-40 Minuten in Anspruch nimmt, benötigen Sie für die Versorgung einen Termin in unseren dafür eingerichteten Sondersprechstunden. Unser Praxisteam berät Sie diesbezüglich gerne und gibt Ihnen einen Termin.