Bei vielen Patienten mit Schmerzen im muskulo-skelettalen Bereich können nach entsprechender Diagnostik myofasziale Triggerpunkte als Ursache der Schmerzen ausgemacht werden. Schmerzphänomene, die von myofaszialen Triggerpunkten ausgehen werden allerdings heute in vielen Fällen noch nicht richtig erkannt, so dass die Patienten häufig als „therapieresistent“ und damit als nicht ursächlich therapierbar gelten. Sie werden dann lediglich einer medikamentösen Schmerztherapie zugeführt, hierbei werden die Schmerzen jedoch nur unterdrückt, die Ursache nicht beseitigt.


Die Erkenntnisse um die myofaszialen Triggerpunkte gehen auf die Arbeiten der amerikanischen Ärzte Janet Travell sowie David Simons zurück. Diese haben ab etwa Mitte des 20. Jahrhunderts wesentliche wissenschaftliche Grundlagenarbeiten geliefert, welche uns heute das Verständnis um die Triggerpunkte ermöglichen. Triggerpunkte sind dauerhaft verkürzte und verdickte Muskelfasergebiete die als harte Stränge und Knoten tastbar sind. Durch diese Triggerpunkte werden einzelne Muskelfasern, ganze Muskeln oder aber auch Muskelgruppen anfällig für Verletzungen und Überlastungsschäden. Durch den Teilverlust der elastischen Elemente wird der Muskel geschwächt, was zu einer Verminderung von Kraft- und Ausdauerleistung führt. Folgeschäden sind außerdem durch die ständige erhöhte Zugspannung des Muskels Veränderungen an Sehnen, Sehnenscheiden und Sehnenansätzen. Somit sind diese Muskeltrigger auch die eigentliche Ursache von sehr häufig vorkommenden und meist auch gegen viele Behandlungsmethoden resistente Schmerzphänomene wie beispielsweise Fersensporn, Achillessehnenverdickung oder Schultersehnenverkalkung und anderen.

Muskeltrigger haben dabei die Eigenschaft sogenannte Übertragungsphänomene wie Schmerzen,Kribbeln, Taubheitsgefühle oder auch Muskelverkrampfungen und Muskelzucken auszulösen.Dies bedeutet, dass die Schmerzen entfernt von ihrem eigentlichen Entstehungsort im sogenannten Triggerareal empfunden werden. Daher ist die Diagnose der eigentlichen Schmerzursache schwierig und aufwendig. Es bedarf fundierter Kenntnisse zum einen der Anatomie und zum anderen auch der Stoffwechselsituation in Triggerpunkten.

Seit nunmehr gut 10 Jahren wird die ursächliche Behandlung von myofaszialen Triggerpunkten mit extracorporalen Stosswellen durchgeführt. Diese Behandlung hat sich in der zwischenzeit als effektivste Methode zur Behandlung der genannten Schmerzphänomene etabliert. Dies wird von mehreren internationalen wissenschaftlichen Gesellschaften so interpretiert.
So hat beispielsweise die DIGEST (Deutschsprachige Internationale Gesellschaft für Extracorporale Stoßwellentherapie) in einer mit internationalen Experten besetzten Konsensuskonferenz (Januar 2008) die Stoßwellenbehandlung bei verschiedenen Standard-Krankheitsbildern als wirksam erklärt. Hier werden nicht nur die anerkannten Standardindikationen aufgeführt(Fersensporn, Achillessehnenverdickung, Tennisellenbogen, Schulterschmerz, Kniescheibensehnenschmerz etc) sondern gerade auch die oben beschriebenen schmerzhaften Veränderungen an Sehnenansätzen und die muskulären Veränderungen, wie dies beispielsweise beim myofaszialem Schmerzsyndrom oder auch bei Verletzungen ohne Kontinuitätsunterbrechung des Muskels der Fall ist.

Die ISAP (International Association for the Study of Pain) hat aufgrund der aufgeführten Problematik das Jahr 2010 zum globalen Jahr gegen Muskel-Skelett-Schmerzen erklärt. In den ausführlichen Erläuterungen wird für das myofasziale Schmerzsyndrom das Vorhandensein myofaszialer Triggerpunkte als ursächlich beschrieben. Sie weist darauf hin, dass nach mehreren Studien myofasziale Triggerpunkte bei bis zu 85% der Patienten als Hauptursache für den Schmerz zu erkennen waren.

Auch wenn sich das Bewusstsein dafür in unserem Gesundheitssystem erst jetzt langsam durchsetzt, sollte die Diagnostik und Therapie der myofaszialen Schmerzen Vorrang vor dem Einsatz invasiver und operativer Maßnahmen erhalten.

Die neuste schulmedizinische Literatur belegt, dass die Behandlung der myofaszialen Triggerpunkte mit extracorporalen Stoßwellen mittlerweile als schulmedizinisches Verfahren anerkannt ist. In der aktuellen Auflage des schulmedizinisch prüfungsrelevanten Lehrbuches „Praxis der Orthopädie und Unfallchirurgie“ (Wirth, Mutschler, Thieme Verlag 2007) wird auf den Seiten 274 und 275 das Phänomen myofaszialer Schmerzsyndrome beschrieben. Hierbei wird unter dem Abschnitt „Therapie“ die Anwendung von radialen und focussierten Stoßwellen als Behandlungsmethode mit besonders gutem Erfolg beschrieben. Es wird darauf verwiesen, dass bei Studien zur Anwendung der Stoßwellentherapie eine lang anhaltende Schmerzreduktion und Funktionsverbesserung bewirkt wurde.

Somit kann nicht mehr davon gesprochen werden, dass es sich hier um eine wissenschaftlich nicht belegte Außenseitermethode handelt.

Letztendlich hat bereits im Jahre 2002 der Gebührenordnungsausschuß der Bundesärztekammer (veröffentlicht: Deutsches Ärzteblatt Jahrgang 99, Heft 7, 15.02.02) die extracorporale Stoßwellentherapie bei orthopädischen, chirurgischen oder schmerztherapeutischen Indikationen als nach der Ziffer GOÄ 1800 abrechnungsfähig beschlossen.

In unserer Praxis herrscht seit vielen Jahren ein fundiertes Wissen über die Behandlung myofaszialer Schmerzphänomene. Dies wird durch regelmäßigen Besuch entsprechender Seminare und Kongresse erweitert. Hierdurch ist gewährleistet, dass der Patient in unserer Praxis eine wissenschaftlich entsprechend gesicherte Diagnostik im Hinblick auf die Triggerpunktproblematik erhält.
Die Liquidation der mittlerweile als schulmedizinische Lehrbuchtherapie zu bezeichnenden Behandlung erfolgt wie von der Bundesärztekammer empfohlen analog der GOÄ Ziffer 1800. (Steigerungsfaktor 1,35 ergibt mit Untersuchung und Beratung €130,45)

Zusammenfassend ergibt sich somit nach der aktuellen Studienlage, der Empfehlung verschiedener internationaler wissenschaftlicher Fachgesellschaften und auch der Bundesärztekammer kein Grund diese wirksame Behandlung unqualifiziert als nicht wissenschaftlich belegt abzutun und somit die entsprechende Kostenerstattung zu verweigern. Im Gegenteil kann durch den Einsatz der Triggerpunktbehandlung mit hochenergetischen focussierten oder auch radialen Stoßwellen die Schmerzkarriere deutlich abgekürzt werden, Krankheitszeiten verkürzt werden und auch häufig aufwendige und nicht selten erfolglose Operationen vermieden werden.