Förderung von Gangsicherheit und Gleichgewicht

Schon ab dem 60. Lebensjahr steigt die Gefahr erheblich an, durch einen Sturz eine Kopfverletzung oder einen Schenkelhalsbruch zu erleiden. In wissenschaftlichen Untersuchungen wurden als Hauptursachen für häusliche Stürze mangelnde Bewegungskoordination und nachlassende Reaktionsfähigkeit mit zunehmenden Lebensalter nach gewiesen.

Die Gangsicherheit und die Körperhaltung hängen vor allem von der Körperbalance und dem Gleichgewicht ab. Dazu muß das menschliche Nervensystem eine außergewöhnliche Feinabstimmung der Sinnesorgane im Kopfbereich bis hin zum Fuß leisten.

Um zwischen Kraft und Koordination eine passende Abstimmung zu finden, muß z.B. beim Überschreiten einer Stufe die optische Information in Sehschärfe und räumlichen Seheindruck genau zum Bewegungsablauf passen. Aber gerade in zunehmenden Alter stimmen oft die Brillenzurichtung oder die Sehleistung nicht mehr optimal, so dass es zu Fehleinschätzungen von Abständen, übersehen von Schwellen und Hinternissen und somit zu Stürzen kommen kann.

Viele Patienten klagen über Gleichgewichtsstörungen und Schwindel, mangelnde Gangsicherheit und nachlassende Bewegungsfähigkeit. Oft liegen die Ursachen hierfür in schlechter Durchblutung der Kopf- und Halsarterien, der Beine und auch der Füße.

Die sogenannte Polyneuropathie im Rahmen einer Zuckerkrankheit kann zu mangelnder Sensibilität (Gefühlsminderung) und Durchblutungsstörung der Füße und damit zu Kurzschrittigkeit führen. Koordinationsfähigkeit und Muskelkraft lassen ebenfalls im Alter langsam nach.
Dieser Prozess wird durch Bewegungsmangel, Übergewicht, Schmerzen im Bewegungsapparat, Gelenkverschleiß und Verschlechterung der Körperhaltung verstärkt. Durch Fußdeformitäten kommt es zu Gangbildstörungen, Wirbelsäulenverkrümmungen führen zu Fehlhaltungen und Bewegungsschmerzen, Hüft- und Kniegelenkarthrosen schränken die Beweglichkeit und die Gehstrecke schmerzhaft ein.

Das Tragen von nicht "fachgerechtem Schuhwerk" in Form von zu hohen Absätzen, zu engen Schuhen, zu harten Sohlen und starren festen Einlagen kann die oben genannten Störungen entweder hervorrufen oder verstärken. So behindern enge und harte Schuhe oder feste starre Einlagen die natürliche Abrollbewegung der Füße.
Außerdem werden die Durchblutung und die Wadenmuskelpumpe zur Entwässerung der Beine behindert.

 

 

Ursachen für Gangunsicherheit und Stürze

  • Reaktions- und Bewegungsunsicherheit
  • Sensorische Schwäche
  • Schlechtes sehen und hören
  • Schwindel/Gleichgewichtsstörung
  • Reduzierte Durchblutung und geminderte Wahrnehmung der Füße
  • Altersgemäße Abnahme von Muskelkraft und Bewegungskoordination
  • Bewegungsmangel
  • Gelenkarthrosen und Wirbelsäulenfehlhaltung
  • Schmerzen im Bewegungsapparat
  • Unpassende Schuhe und feste starre Einlagen
  • Psychopharmaka, Beruhigungs- und Schlafmittel
  • Unterzuckerung (bei Diabetes)


Unsere professionelle Hilfe
Um individuell und gezielt auf die Bedürfnisse ihres Körpers eingehen zu können, bedarf es einer ganzheitlichen Analyse und eines Therapieplanes. Neben der orthopädischen Schmerztherapie für ihre Gelenke und ihre Wirbelsäule ist gerade bei unseren älteren Patienten die Verbesserung der Haltungs- und Bewegungskoordination ein wesentliches Behandlungsziel.

Neben der Optimierung des Sehvermögens gehören die Aktivierung der sensomotorischen Fähigkeiten und die Steigerung der Muskelkraft dazu. Unser Sturzprophylaxe-Check umfasst daher die Untersuchung der Körperhaltung, des Gleichgewichtes, des räumlichen Sehens und vor allem der Füße.
Im Besonderen wird eine Spezialsteuerungseinlage von uns verordnet und individuell angepasst. Diese Spezialeinlage ist weich, elastisch und besteht aus 7 Kammern, die mit Gummigranulatteilchen gefüllt sind. Die Befüllung der einzelnen Kammern wird vom Facharzt individuell kinesiologisch ausgetestet und in speziellen Bedürfnissen ihres Körpers jederzeit angepasst.

Diese propriozeptiven sensomotorischen Spezieleinlagen vereinigen folgende Eigenschaften:

  • Verstärkung der Fußwahrnehmung
  • Kräftigung der Fußmuskulatur
  • Erhöhung der Haltungs- und Bewegungskoordination
  • Aktivierung der Rückenstreckmuskulatur
  • Auflösung von Muskelverspannungen
  • Ausgleich von Muskeldysbalancen
  • Verbesserung der Beindurchblutung

 

In Verbindung mit dem unserer Gemeinschaftspraxis angegliedertem REHA Zentrum, der REHA Kinetik Worms, das Zentrum für die Wirbelsäule, bieten wir Ihnen folgende

Therapiemöglichkeiten zur Sturzprophylaxe

  • Kraft- und Koordinationstraining
  • Gleichgewichts- und Balancetraining
  • Gewichtsabnahme durch Bewegung und Sport
  • Verbesserung der sensorischen Fußwahrnehmung und Durchblutung
  • Versorgung mit propriozeptiven sensomorischen Spezialeinlagen
  • Verbesserung des räumlichen Sehens