Die Ultraschalldiagnostik (Sonographie) stellt in unserer Praxis in der Diagnostik krankhafter Veränderung am Stütz- und Bewegungsapparat ein seit Jahren etabliertes Untersuchungsverfahren dar.

Es handelt sich dabei um eine bewährte Untersuchungsmethode, welche bei vielen Erkrankungen und Veränderungen im Bereich des Stütz- und Bewegungsapparates im Vergleich mit anderen bildgebenden Verfahren zum Teil als gleichwertig, zum Teil als überlegen einzustufen ist. Bei krankhaften Veränderungen, bei denen die Ultraschalldiagnostik keine Zusatzinformation liefern kann, müssen andere Untersuchungsverfahren zum Einsatz kommen. Die Sonographie kann jedoch nur als ein Baustein im Gesamtbild der Diagnostik der Weichteile an Gelenken, Muskeln und Sehnen gewertet werden. Aufgrund der für den Patienten gefahrlosen Anwendung wird die Ultraschalluntersuchung von uns stets nach der Anamneseerhebung, der klinischen Untersuchung und vor speziellen auch invasiven modernen bildgebenden Verfahren durchgeführt.

Vor- und Nachteile der sonographischen Untersuchung an den Weichteilen der Stütz- und Bewegungsorgane sind nachfolgend aufgelistet:

Vorteile:

  • belastungs- und strahlungsfrei für Patienten und Untersucher
  • beliebig oft wiederholbar
  • kostengünstig
  • dynamische Untersuchung erlaubt Darstellung von Bewegungsabläufen und erleichtert somit das Auffinden von krankhaften Befunden
  • vergleichende Untersuchung von Strukturen möglich
  • keine untersuchungsrelevanten Fehlinformation in der Nähe von eingebrachten Metallimplantaten


Nachteile:

  • Qualität der Untersuchung ist abhängig von der Erfahrung des Untersuchers
  • Qualität der Untersuchung ist abhängig von den apparativen Voraussetzungen
  • im Knochen liegende Veränderungen können sonographisch nicht erkannt werden
  • Fehldiagnosen aufgrund von Überforderung der Methode z.B. bei Tumordiagnostik möglich


Die Ultraschalluntersuchung ermöglicht als Schnittbildverfahren in besonderem Maße die Abtastung von Weichteilstrukturen in verschiedenen Schichtebenen. Durch Einstellung mehrerer Schichtebenen wird die Aussagekraft der Methode erhöht. Die Sonographie wird dabei nicht ausschließlich als rein statische sondern vielmehr als dynamische und dadurch flächendeckende Untersuchung an Gelenken von uns durchgeführt.

Ultraschalldiagnostik der Säuglingshüften

Hüftreifungsstörungen sind seit über 100 Jahren ein zentrales Problem in der Orthopädie. Neben der klinischen Untersuchung hatte zur Absicherung des klinischen Befundes das Röntgenbild früher die größte Bedeutung.
Durch die Einführung der Sonographie der Säuglingshüfte als nicht invasives, nicht strahlenbelastendes, jederzeit wiederholbares und bereits ab dem 1. Lebenstag einsetzbares Diagnosemittel durch den österreichischen Univ. – Dozenten Prof. Dr. Reinhard Graf ist es nun möglich, die klinischen Untersuchungsergebnisse mit einer bildgebenden Methode abzusichern.

Ultraschallwellen werden beim Auftreten auf Knochen vollständig reflektiert. Das Innere des Knochens entzieht sich daher durch Schallschattenbildung der sonographischen Darstellung. Die Darstellbarkeit von knöchernen Strukturen beschränkt sich daher auf ihre Oberfläche. Das Hüftgelenk des Säuglings ist jedoch nur knorpelig vorgebildet, so dass es eine ideale Möglichkeit zur Darstellung der Weichteilstrukturen mittels Ultraschalldiagnostik jedoch nur bis höchstens zum Abschluß des 1. Lebensjahres darstellt.
Da die Diagnose der Hüftdysplasie und der Hüftluxation unverändert ein zentrales Problem in der Orthopädie darstellt, ist das oberste Ziel unseres Handelns die Frühdiagnose, wenn möglichst die Frühestdiagnose um so mit einer Frühbehandlung die weitgehend anatomische Heilung eines erkrankten Hüftgelenkes zu erreichen. Nach Untersuchungen v. Rosen und Barlow kann die konsequente Früherfassung der Hüftreifungsstörungen unmittelbar nach der Geburt eine nahezu vollständige anatomische Heilung ermöglichen, wenn die adäquate Behandlung sofort eingeleitet wird.
In Deutschland ist die Ultraschalluntersuchung der Säuglingshüften Bestandteil der U3 Untersuchung zwischen der 4. bis 6. Lebenswoche.

Auf Überweisung von Ihrem betreuenden Kinderarzt oder Hausarzt führen wir im Rahmen der U3 Untersuchung die Hüftsonographie bei Ihrem Kind durch. Unser Praxisteam gibt Ihnen gerne einen Untersuchungstermin. Auf Wunsch führen wir selbstverständlich auch vor der 4. Lebenswoche diese Untersuchung durch.